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Die Theatergruppe Leporello hat Schwein

Ende April wird das neue Stück Premiere haben. Es heißt:
Schweine auf Burg Clüver

Ein Zeiten-Spiel
Gespielt wird es in Clüversborstel auf dem Gelände der ehemaligen Burg Clüver (Adresse: „Alte Clüverstr.“ Ecke „An der Burg“, Clüversborstel bei Sottrum) von insgesamt 11 Schauspielern und etlichen Statisten, Technikern und Helfern, die sich vorgenommen haben, eine spannende und auch geschichtlich interessante Story open air auf das romantisch schöne Gelände an der Wieste zu bringen. Auch dieses Mal hat „Leporello“ eine lokale Begebenheit in das Bühnenstück eingewoben: Die Belagerung der Burg Clüver im Jahre 1489. In diesem Jahr eskalierte ein seit dem Ende des 12. Jahrhunderts schwelender Konflikt zwischen dem Bistum Verden und dem Geschlecht derer von Clüver.

Damals fühlte sich der Bischof Barthold von Landsbergen schon lange durch den an seiner Grenze stattfindenden Bau einer Zwingburg durch die Clüver bedroht. Umso mehr, als er in Rotenburg ein Lustschloss besaß, also ein kleines Schloss, das dem privaten Vergnügen seines Besitzers diente und abseits von öffentlichem Zeremoniell und kirchlichen Pflichten bewohnt wurde.

Schwein gehabt in Sottrum

Viel Schwein gehabt in Sottrum

Noch mehr Schwein gehabt in Sottrum

Er suchte und fand einen Vorwand, die Clüver mit Krieg zu überziehen, als der Burgherr von Clüver ihm einen Boten übersandte, der die Schulden für die Überlassung eines Grundstücks zwischen Rodau und Wiedau in Rotenburg einfordern sollte. Bartholds Vögte verweigerten nicht nur die Abgabe, sondern legten den armen Schergen mit einem Eisenring im Mund unter ein Bierfass, sodass er elendiglich ersaufen musste. Als Rache für diese Freveltat plünderten und brandschatzten die Clüver einige Meierhöfe des Bischofs und warfen die Meier in ihr Burgverließ. Nun zog der Kirchenfürst selber mit seinen Kriegsknechten vor die Feste Clüversborstel und begann eine regelrechte Belagerung. Die Clüver aber hatten sich rechtzeitig mit Feuerwaffen versehen und wehrten sich tapfer. Auch eine Aushungerung schien aussichtslos, denn der Sage nach erscholl täglich der Todesschrei eines Schweins von der Burg herüber und machte die Belagerer glauben, die Clüver hätten einen unerschöpflichen Vorrat an Schlachtvieh. Es war aber immer dasselbe Schwein, das jeden Tag tüchtig an den Ohren gezogen wurde, damit es schrie!

Die Belagerer waren schließlich entmutigt, gaben die Belagerung auf und schlossen Frieden.

Auch in der modernen Geschichte, die „Leporello“ mit dieser mittelalterlichen kombiniert, geht es um Schweine: Der Bauer Berthold Landsbergen (Namensähnlichkeiten sind durchaus nicht zufällig) möchte auf dem ehemaligen Burggelände einen Schweinemaststall bauen und braucht dafür Unterstützung aus Politik und Finanzwesen. Aber auch seine Gegner schlafen nicht... Gespielt wird das Stück an drei Wochenenden: Premiere ist am 24. April, weitere Aufführungstermine sind der:

25. und 30. April sowie der 1., 8. und 9. Mai, Beginn jeweils 20:00 Uhr. Vorverkauf ab Anfang April in Sottrum in der Buchhandlung van der Pütten, in Rotenburg beim InfoBüro am Rathaus und bei Famila, in Scheeßel bei der Buchhandlung Wandel.

Telefonisch per Anrufbeantworter: 04263/ 98 500 70. Im Vorverkauf kosten die Karten 10,- /erm. 8,- €, Abendkasse 12,-/10,- €.

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Leporello

Theatergruppe Leporello arbeitet am Stück „Die Burg Clüver“
Von Andreas Schultz, Rotenburger Rundschau 23.01.2015

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